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campusemerge 2010 – eLearning Hochschullehrpreis für Niedersachsen

Projekt: Das Niedersächsische Ministerium für Wissenschaft und Kultur (MWK) fördert derzeit einen Hochschullehrpreis, der dem Einsatz digitaler Medien in der Hochschullehre gewidmet ist. Das Vorhaben wird vom KHN (Kompetenzzentrum für Hochschuldidaktik in Niedersachsen) sowie dem ELAN e.V. mit viel Geschick umgesetzt. Derzeit können 27 Einreichungen als Video angesehen und von jedem bewertet werden. Einfach bei www.campusemerge.de auf die Web-Site und sich einen Login geben lassen.

Meinung: Ich habe inzwischen alle 27 Beiträge angesehen, bewertet und muss sagen: Ich bin entzückt! Klar, viele Sachen sind für mich nicht neu, aber trotzdem freue ich mich über die vielen Beiträge, die mit Liebe und Fleiß digitale Medien in der Lehre eingebunden haben. Im Vordergrund der Konzepte stehen fast immer die Studierenden und die Ansätze verfolgen größtenteils eine stärkere Lernerorientierung. Viele Teilnehmer haben den Mehrwert der digitalen Medien erkannt und geschickt mit ihrer Präsenzlehre verknüpft.

Idee: Nebenbei ist eine Sammlung von Beispielen für den Einsatz digitaler Medien entstanden, die die unterschiedlichsten Fachwissenschaften und Lernziele fassen. Besonders in der eLearning-Beratung, aber auch in den Schulungen, kann ich mir den Einsatz dieser Videos sehr gut vorstellen. Warum? Sie sind authentisch, kurz, prägnant und bringen so das Konzept sowie die Mehrwerte der Konzepte gut rüber. Außerdem ist es immer was ganz anderes, wenn ein Dozent entsprechende Konzepte vorstellt, als wenn ein ausgebildeter Mediendidaktiker dies tut. Denn die Unsicherheit bei vielen Lehrenden ist groß: Kann ich das auch, ich bin ja kein Didaktiker? Das ist doch alles nur Theorie, was der Berater da mitbringt! Hat er das je selbst ausprobiert? Diesen Unsicherheiten dürften sich mit den Videos gut begegnen lassen und zum eLearning motivieren. Klar, danach muss dann eine gründliche Konzeptentwicklung erfolgen, damit die Lernziele auch erfolgreich erreicht werden.

Fazit: Glückwunsch an die vielen KHN und ELAN e.V. Akteure! Weiter so!

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Rezensionen

Anja Zwingenberger: Wirksamkeit multimedialer Lernmaterialien

Anja Zwingenberger widmet sich in ihrem Buch der Wirksamkeit von multimedialen Lernmaterialien. Die Monographie fasst eine kritische Bestandsaufnahme des Themenkomplexes sowie hierauf aufbauend eine eigene Metanalyse empirischer Evaluationsstudien.

Systematisch arbeitet die Autorin hierfür zuerst Formen multimedialer Lernmaterialien heraus (Übungsprogramme, Tutorensysteme, Intelligente Tutorielle Systeme, Simulationen und Mikrowelten) und beschäftigt sich anschließend mit der Messung des Lernerfolgs (Nachwissen minus Vorwissen). Ausführlich werden Evaluationsformen für multimediales Lernen vorgestellt, wobei in normative (Instruktionsdesign/-theorie, Vorgehensmodelle) und empirische Ansätze (Effektforschung, Akzeptanzforschung und Metaanalyse) unterschieden wird. Die Autorin zeigt auf, dass besonders eine Metaanalyse für die Beantwortung ihrer Forschungsfrage die geeignete Vorgehensweise ist.

Hierauf aufbauend widmet sich die Arbeit ausführlich der methodischen Gestaltung von Metaanalysen und begutachtet die Ergebnisse und Vorgehensweisen bisheriger Metaanalysen zu multimedialen Lernmaterialien. Insgesamt werden 27 Studien vorgestellt und nach festen Kriterien evaluiert. Aufbauend auf die hierbei gesammelten Erkenntnisse wird eine eigene Metaanalyse gestaltet und durchgeführt. Besonderes Anliegen der Autorin ist es durch eine transparente und differenzierte Vorgehensweise der Kritik an Metaanalysen (garbage in – grabage out; apples and organges; publication bias) zu begegnen und einen Weg aufzuzeigen, wie die empirischen Herausforderungen gemeistert werden können.

Für die eigene Metaanalyse werden insgesamt 36 Studien gesichtet. Anhand dessen wird die Forschungsfrage beantwortet. Die Autorin kommt zum Schluss, dass multimediale Lernmaterialien den Lernerfolg im Vergleich zu Druckwerken sowie Unterricht/Vorlesungen signifikant erhöhen. Hierfür nennt sie für unterschiedliche Lernmaterialien und Lehr-/Lernsituationen spezifische Effektstärken.

Die Ausführungen der Autorin lesen sich gut und werfen interessante Perspektiven auf die Forschungsfrage. Die Sprache ist klar, die Vorgehensweise schlüssig und ergebnisorientiert. Die Bedeutsamkeit der Arbeit liegt in der Sammlung unterschiedlicher Metaanalysen, in der Darstellung einer methodisch gut begründeten Vorgehensweise sowie den Befunden zur Wirksamkeit multimedialer Lernmaterialien. Adressaten dieser Arbeit sind somit Bildungswissenschaftler, die sich mit Methoden der Lehr-/Lernforschung auseinandersetzten sowie Medienpädagogen im Allgemeinen.