Michel Kerres: Mediendidaktik. Konzeption und Entwicklung mediengestützter Lernangebote

Michael Kerres hat die dritte Auflage seines Werkes „Multimediale und telemediale Lernumgebungen“ vorgelegt, welches den neuen Titel „Mediendidaktik: Konzeption und Entwicklung mediengestützter Lernangebote“ trägt. Die Neutitulierung war notwendig geworden, weil gegenüber dem alten Werk eine inhaltliche Erweiterung, teilweise eine Neupositionierung des Themas geleistet wurde. Das wird deutlich im Vergleich mit der zweiten Auflage aus dem Jahre 2001. Weit über die Hälfte des Buches sind neu geschrieben und 110 Seiten sind in der Summe hinzu gekommen.

Kerres hat sein Werk als Lehrbuch gestaltet, welches gemäß Umschlag an „Studenten der Informatik, Pädagogik sowie Entwicklern von Bildungsmedien“ adressiert ist. Viele Kapitel und Abschnitte werden hierzu mit praktischen Beispielen eröffnet, wodurch der Einstieg in die Mediendidaktik leicht gemacht wird. Übungsaufgaben am Ende eines jeden Kapitels helfen darüber hinaus die Inhalte zu rekapitulieren, zu reflektieren und somit zu verinnerlichen. Dabei vermittelt das Werk in 16 Kapiteln und auf 500 Seiten einen Einblick in die folgenden Themen: Varianten des selbstgesteuerten Lernens, die Positionierung der Mediendidaktik, das Lernen mit Medien, Text, Bild, Ton und Anderen, die Planung von Lernangeboten sowie die dabei beteiligten Akteure, unterschiedliche didaktische Methoden, die Lernorganisation, technische Implementationen und abschließend Innovationsthemen. Darüber hinaus gibt es im Begleitweb ergänzend zum gedruckten Buch Downloads, weiterführende Informationen und Aufzeichnungen von Online-Vorlesungen.

Der Schreibstil ist prägnant gewählt und damit gut zu lesen. Die Auswahl sowie die Darstellung der Inhalte ist praxisorientiert und so wird versucht, auf die berufliche Tätigkeit als Mediendidaktiker vorzubereiten. Das kann als gelungen bewertet werden, denn trotz Praxisorientierung wird auch immer eine wissenschaftliche Begründung der Empfehlungen geleistet. Nicht ganz nachvollziehbar ist die Anordnung der Kapitel. So werden didaktisch-methodische Aspekte im Werk immer wieder aufgegriffen, ohne eine Zusammenführung zu leisten. Warum wird z.B. selbstgesteuertes Lernen losgelöst von explorativen, problemorientierten oder kooperativen Lernen diskutiert?

Zusammenfassend ist das Werk als sehr nützlich zu bewerten, liefert es doch einen guten Überblick sowie viele wertvolle Empfehlungen für die Praxis, ohne auf eine wissenschaftliche Fundierung zu verzichten. Es ist der anvisierten Zielgruppe „Studenten“ ebenso uneingeschränkt zu empfehlen wie dem Lehrenden für die inhaltliche Gestaltung von Lehrveranstaltungen zur Mediendidaktik. Darüber hinaus kann die Zielgruppe durchaus erweitert werden: Das Buch ist auch für praktisch wie auch wissenschaftlich tätige Didaktiker ein hilfreiches Überblicks- und Nachschlagewerk.

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