Anja Zwingenberger: Wirksamkeit multimedialer Lernmaterialien

Anja Zwingenberger widmet sich in ihrem Buch der Wirksamkeit von multimedialen Lernmaterialien. Die Monographie fasst eine kritische Bestandsaufnahme des Themenkomplexes sowie hierauf aufbauend eine eigene Metanalyse empirischer Evaluationsstudien.

Systematisch arbeitet die Autorin hierfür zuerst Formen multimedialer Lernmaterialien heraus (Übungsprogramme, Tutorensysteme, Intelligente Tutorielle Systeme, Simulationen und Mikrowelten) und beschäftigt sich anschließend mit der Messung des Lernerfolgs (Nachwissen minus Vorwissen). Ausführlich werden Evaluationsformen für multimediales Lernen vorgestellt, wobei in normative (Instruktionsdesign/-theorie, Vorgehensmodelle) und empirische Ansätze (Effektforschung, Akzeptanzforschung und Metaanalyse) unterschieden wird. Die Autorin zeigt auf, dass besonders eine Metaanalyse für die Beantwortung ihrer Forschungsfrage die geeignete Vorgehensweise ist.

Hierauf aufbauend widmet sich die Arbeit ausführlich der methodischen Gestaltung von Metaanalysen und begutachtet die Ergebnisse und Vorgehensweisen bisheriger Metaanalysen zu multimedialen Lernmaterialien. Insgesamt werden 27 Studien vorgestellt und nach festen Kriterien evaluiert. Aufbauend auf die hierbei gesammelten Erkenntnisse wird eine eigene Metaanalyse gestaltet und durchgeführt. Besonderes Anliegen der Autorin ist es durch eine transparente und differenzierte Vorgehensweise der Kritik an Metaanalysen (garbage in – grabage out; apples and organges; publication bias) zu begegnen und einen Weg aufzuzeigen, wie die empirischen Herausforderungen gemeistert werden können.

Für die eigene Metaanalyse werden insgesamt 36 Studien gesichtet. Anhand dessen wird die Forschungsfrage beantwortet. Die Autorin kommt zum Schluss, dass multimediale Lernmaterialien den Lernerfolg im Vergleich zu Druckwerken sowie Unterricht/Vorlesungen signifikant erhöhen. Hierfür nennt sie für unterschiedliche Lernmaterialien und Lehr-/Lernsituationen spezifische Effektstärken.

Die Ausführungen der Autorin lesen sich gut und werfen interessante Perspektiven auf die Forschungsfrage. Die Sprache ist klar, die Vorgehensweise schlüssig und ergebnisorientiert. Die Bedeutsamkeit der Arbeit liegt in der Sammlung unterschiedlicher Metaanalysen, in der Darstellung einer methodisch gut begründeten Vorgehensweise sowie den Befunden zur Wirksamkeit multimedialer Lernmaterialien. Adressaten dieser Arbeit sind somit Bildungswissenschaftler, die sich mit Methoden der Lehr-/Lernforschung auseinandersetzten sowie Medienpädagogen im Allgemeinen.

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